Domestikation: Brandneue Erkenntnisse


Wo und warum entstanden die ersten Hunde?

Autor: Dr. Hellmuth Wachtel / Ausgabe: 2009-11

Wo wurde der Haushund wirklich domestiziert? Der schwedische Wissenschaftler Peter Savolainen gab 2002 erste Anhaltspunkte dafür, dass das Zentrum der Haushundwerdung in Asien liegt. Eine vor wenigen Monaten veröffentlichte Studie an einheimischen afrikanischen Hunden stellte diese Theorie in Frage – und gab neue Rätsel auf, wie Dr. Hellmuth Wachtel erklärt. Nun erschien eine weitere brandaktuelle und sensationelle molekulargenetische Studie von Savolainen, die seine frühere Theorie vom Zentrum der Hundwerdung des Wolfes in Ostasien erneut stark untermauert, nun sogar die konkrete Region der Domestikation benennt, ebenso wie den vermutlichen Grund – nämlich zur Nahrungsgewinnung.

Seit der 2002 publizierten Studie von Peter Savolainen, die der Wissenschaftler auch in WUFF publiziert hat (s. P. Savolainen, „Asien – die Wiege aller Hunde? in WUFF 3/2004) schien das Rätsel der Herkunft des Haushundes geklärt. Weil Savolainens Daten gezeigt haben, dass in Ostasien die meisten unterschiedlichen Formen (Haplotypen) bestimmter hundlicher Gene (und zwar Gene von Mitochondrien, das sind Energie produzierende ­Zellbestand­teile) vorkommen, wurde bis vor wenigen Monaten angenommen, dass Ostasien auch die Region sei, in der die Domestikation des Wolfs zum Haushund erfolgte. Von dort aus hätte sich mit der menschlichen Migration der Hund sehr rasch über die ganze Welt verbreitet.

Neue Studie, neue Ergebnisse
Eine neue genetische Studie (A.R. Boyko et al., 2009) ist nun zu ganz anderen Schlussfolgerungen gekommen. Hierbei wurden afrikanische Dorfhunde auf ihre genetische Vielfalt untersucht. Afrika wurde deshalb ausgewählt, weil in der Studie von Savolainen neben Rassehunden viele ostasiatische Dorf- oder Straßenhunde, aber nur wenige solche Hunde aus anderen Regionen untersucht wurden und man in Afrika noch viele Formen von Dorfhunden vermuten konnte.

Außerhalb Europas kamen die europäischen Rassehunde mit den weißen Kolonisten überall in beträchtlicher Anzahl ins Land. Das führte unweigerlich zur Verkreuzung, oftmals auch zur Ausrottung und damit zu einer beträchtlichen Verminderung der ursprünglich vorhandenen Haplotypen der Dorfhunde ...


Den vollständigen Artikel können Sie in der WUFF Ausgabe 11/09 (erhältlich im WUFF-Shop unter http://shop.wuff-online.com/) nachlesen.


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