SOS Rassehund!


Einkreuzungsprojekt zur Rettung einer Hunderasse

Autor: Alexander Däuber / Ausgabe: 2010-07

Wissenschaftler und Kynologen schlagen Alarm. Die Rassehundezucht steht vor ihrem Ende, wenn sie weiter so betrieben wird wie seit 150 Jahren. Wenn der britische Kennel Club von seinen ­Züchtern ­verlangt, dass Hunde wieder „sehen, atmen und laufen“ können sollen, dann müssen bei uns ­Hundehaltern die Alarmglocken läuten. Doch dass manche Rassehunde nicht mehr normal sehen, atmen oder laufen können (sog. Qualzucht), ist nur die eine Seite des Problems. Die andere ist die genetische Verarmung durch ein hohes Inzuchtniveau. Dies führt zu Vitalitätsverlust und Erbkrankheiten und sei somit ebenfalls Qualzucht, so die Experten. Für viele Rassen ist es 5 vor 12, doch für einige ist es schon zu spät. Dazu gehört der Nova Scotia Duck Tolling Retriever, kurz der Toller. ­Verzweifelte Liebhaber und Züchter der Rasse in Deutschland wollen den Toller gemäß den ­Empfehlungen von Wissenschaftlern durch Einkreuzen neuer Gene aus einer fremden Rasse mit anschließender Rückkreuzung retten.

Die Ergebnisse der noch relativ jungen Wissenschaft der Populationsgenetik setzen sich in der Rassehunde­zucht, wenn überhaupt, nur schleppend durch. Deutlicher Druck sie anzuwenden besteht jedoch schon seit 2008, als die massiven Probleme heutiger Rassehunde in der BBC-Reportage „Pedigree Dogs Exposed“ im Fernsehen einer entsetzten Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Manche Rassehundevereine überdenken heute ihre Ziele und Wege – erste Zeichen eines Umschwungs in der Hundezucht. Ob dieser letztlich durch öffentlichen Druck oder Selbsterkenntnis erfolgt, kann im Prinzip egal sein. Wichtig ist, dass neue Wege tatsächlich eingeschlagen werden!

Und wenn der britische Kennel Club, der älteste und einer der größten und einflussreichsten Rassehundevereine, die Kampagne „Fit For Function: Fit For Life“ ins Leben ruft und mit „to see, breathe and walk freely“ (frei sehen, atmen und laufen) eine Wende in der Rassehundezucht einleitet, dann zeigt dies, dass sie sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht unbedingt auf dem besten Weg befunden hat.

Qualzucht, bedingt durch ­ver­schiedene Rassestandards und Über­typisierungen (bspw. Atemnot durch ­Brachycephalie, übertriebene Hautfalten, zu kurze Beine etc.), war eine Folge dieser Entwicklung ...






>>> QUELLEN UND WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN


BBC-Reportage „Pedigree Dogs Exposed“ (deutsche Version)

Teil 1:

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&VideoID=104026540

Teil 2:

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=104004716

Teil 3:

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=104023739

Teil 4:

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=104001360


Wikipedia Artikel zu „Pedigree Dogs Exposed“:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pedigree_Dogs_Exposed


Zuchtprogramm des Genetikers Dr. Bruce Cattanach:

http://www.steynmere.com/GENETICS.html


Prof. Sommerfeld-Stur / Hundezucht, Genetik:

http://www.sommerfeld-stur.at/home


Der Verein:

http://www.tollerverein.de/



Den vollständigen Artikel können Sie in der WUFF Ausgabe 7-8/10 (erhältlich im WUFF-Shop unter http://shop.wuff-online.com/) nachlesen.