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Mein Hund tut eh nichts… | ![]() |
Tipps und Tricks für den Alltag | ||||
Autor: Elisabeth Cech / Ausgabe: 2002-10 | ||||
Nichts dergleichen, alles ist beim Alten geblieben – nur der Hundebesitzer ist etwas blauäugig am Werk gewesen. Denn Hunde tun solche Dinge, auch die bravsten, liebsten, sprich die eigenen, wenn sie nicht beaufsichtigt werden. Sie stehlen das Eis der Kinder, wenn es sich in ihrer Schnauzenhöhe befindet und niemand es verhindert. Sie laufen zu anderen Hunden, wenn niemand auf sie achtet. Neben den verantwortungsvollen Hundebesitzern (worunter sich überproportional viele WUFF-Leser befinden …) gibt es auch die unbekümmerten Hundebesitzer und die Nichthundebesitzer. Mehr als 30% der Bevölkerung kann mit Hunden nichts anfangen. Sie sind ihnen gleichgültig, erzeugen teilweise sogar Angst usw.. Dieser Tatsache muss man als Hundebesitzer Rechnung tragen – sie haben es mit uns schwer, wir manchmal mit ihnen. Warum sich aber Hundebesitzer das Leben untereinander nicht erleichtern, ist ein ungeklärtes Rätsel. Dabei ist es so einfach: Unser Hund bleibt durchgehend unter unserer Kontrolle. Bei Begegnungen, egal welcher Art (Spaziergeher, Jogger, Kinder, andere Hunde), wird er entweder angeleint oder bleibt eng an der Seite des Besitzers. Das nennt man vorausschauendes Handeln, und das ist einer der Grundsätze der Hundeerziehung. Wenn man agiert und nicht reagiert, sind peinliche Situationen weitgehend vermeidbar. Interessanterweise rufen auch unbekümmerte Hundebesitzer ihre Hunde zu sich, sobald sich ein Auto nähert. Hier überwiegt die Angst, dass dem Hund etwas passiert. Kommt ihnen aber ein anderer, eventuell angeleinter Hund entgegen, wird nichts unternommen, weil der eigene eh’ nichts tut. Was aber, wenn der andere an der Leine „was tut“? Wenn es sich um einen Kleinen handelt, der sich schlichtweg fürchtet, oder einen Aggressiven, der deswegen an der Leine geht? Oder um einen, dem gerade in vielen Trainingsstunden beigebracht wird, keine Angst zu haben und nicht aggressiv zu sein? Die Arbeit von Wochen ist vielleicht in Frage gestellt, weil sie gleich wieder in ihr altes, unerwünschtes Verhalten zurückfallen. Beeindruckend ist auch, was viele Hundebesitzer unter „im Einflussbereich bleiben“ verstehen. Sie versichern, dass ihre Hunde sich nicht weit von ihnen entfernen, vielleicht 50 bis 100 Meter. In hundert Meter Entfernung ist aber auch ein großer Retriever ein sehr kleiner Punkt und somit natürlich nicht unter Kontrolle. 10 Meter ist eine Distanz, die man seinem Hund beibringen sollte – etwas mehr wird es dann sowieso. Aus dieser Entfernung ist er abrufbar, auch bei starker Ablenkung. Und Diskussionen mit Jägern können erfolgreicher geführt werden, wenn man die Zuverlässigkeit seines Hundes beweisen kann. Ganz anders ist natürlich die Situation in Hundeauslaufgebieten. Hier sollen sie toben und laufen, hier muss man natürlich mit freilaufenden Hunden rechnen. Wenn’s der eigene Hund nicht verkraftet, dann kann man solche Gegenden nur meiden oder man beginnt, Hundebegegnungen zu trainieren. Und jetzt wäre die Hilfe der Hundebesitzer untereinander gefragt. Denn besitzt man so einen gut sozialisierten Hund, der mit allen anderen kein Problem hat, dann kann man unsicheren Hunden wirklich helfen. Warum soll es nur Therapie-Hunde für Menschen geben – warum nicht auch Therapie-Hunde für Hunde?
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