1 + 1 = schwer oder: Die Nervenprobe

Neulich war Bully’s Freundfeind Blacky, ein Zwergschnauzer, für zwei Wochen unser Gast. Dessen Herrschaften haben sich nämlich nach Rhodos vertschüsst. Der Schwarze ist ja schon ein alter Herr, aber selbstbewußt wie ein junger Bullterrier.

Nervenprobe
Gassigehen mit zwei mehr oder weniger unerzogenen Backpfeifen kann zur Nervenprobe werden. Einer von beiden (raten’s mal wer) immer 8 Meter vorne, der andere 5 Meter hinten. In der Mitte, leicht bis mittelschwer überfordert, meine Wenigkeit.
Als ob ich’s geahnt hätte. Die befürchtete Begegnung mit anderen Vierbeinern hat nicht lange auf sich warten lassen. Das Schicksal hat es aber eh gut mit uns gemeint. Es war nur der Filou, der auf uns zugestürmt ist, nachdem er sich seines Frauchens „entledigt” hatte. Wie der da so auf uns zukommt, mußte ich unweigerlich an Stephen King’s „Cujo” denken. Im Buch war’s zwar ein Bernhardiner, im richtigen Leben nur ein Berner Sennenhund, aber die Dimension stimmt in etwa.

Bully’s Schwanzturbine
Meine zwei Helden rotten sich zusammen, um den Neuankömmling zu begutachten. Während der Bully seine Schwanzturbine kräftigst betätigt, geht der Blacky in Angriffsposition und will den vermeintlichen Störenfried durch Knurren wieder loswerden. Ein ungleicher Kampf, denke ich mir, zumal der Kopf des einen größer zu sein scheint als der Körper des anderen. Aber anstatt den unqualifizierten Angriff des Zwerges zu erwidern, beugt sich der riesige Filou zu dem Kleinen runter und sieht ihn mitleidig an. Vermutlich denkt er, wenn der kleine Schwarze sich nur in die Nähe meiner in freudiger Erregung hin und her pendelnden Rute begibt, fliegt er mindestens 5 Meter durch die Luft.

Kleiner Schwarzer
Mittlerweile hat auch Filous Frauchen joggenderweise den Ort der Handlung erreicht. Der Ausreißer wird wieder mitgenommen. Der kleine Schwarze brummt immer noch vor sich hin. Als er dann bemerkt, daß sein Widersacher bereits das Feld geräumt hat, glaubt er, den Hund vertrieben zu haben. Hoch erhobenen Hauptes scharrt er im Boden herum, daß mir die Grasbüschel nur so um die Ohren fliegen.
Na das kann ja noch heiter werden...




>>> WUFF STELLT VOR


Fox - nicht Bull!

Peter Walkers Kurzgeschichten aus dem Leben mit seinem Hund „Bully“ sind für viele WUFF-Leser immer ein Vergnügen. Manche Neueinsteiger bei WUFF halten „Bully“ aufgrund seines Namens für einen Bullterrier. Davon stimmt aber nur der zweite Teil des Rassenamens, denn „Bully“ ist ein Foxterrier! Und damit auch WUFF-Neueinsteiger Peter kennenlernen - da ist er!


Aus WUFF-Ausgabe 2001-03