Geschichte der Rasse
Den Chihuahua gibt es in zwei Haararten, den Kurzhaar- und den Langhaarchihuahua. Der Kurzhaarchihuahua stammt aus Mexiko und schien erstmals bei den Azteken (700 v. Chr.) mit dem Namen „Techichi“ als Haus- und Kulthund auf, in alten Klöstern und in den Pyramidenresten von Yucatan. Die ältesten Funde stammen aus dem Staate Chihuahua (sprich: Schiwawa), was der Rasse ihren Namen gab. Erst im letzten Jahrhundert wurde der Kurzhaarchihuahua von amerikanischen Züchtern auf den derzeit bestehenden Rassestandard gebracht. Bis 1935 konnte man einen starken Terriereinfluss bemerken, was den Chihuahua gesünder und charakterfester gemacht haben soll.
Der Langhaarchihuahua entstand durch die Einkreuzung von Papillon, Pomeranian und Phalene. Zeitweise wurden auch Pekingesen, Yorkshire und sogar Pudeln eingekreuzt, was jedoch auf die Weiterentwicklung wenig Einfluß hatte. Zweifelsohne ist der Langhaarchihuahua für viele der attraktivste Kleinsthund, solange er bei den Hauptmerkmalen der Ur-Rasse bleibt und nicht die Eigenschaften der Einkreuzungen überwiegen.
Charakter und Aussehen
Der Chihuahua ist trotz seiner Kleinheit sehr intelligent, flink, aufmerksam und äußerst wachsam. Er ist kein Beißer und kein Beller, außer man erzieht ihn dazu. Neben „seinem Menschen“, liebt er auch Kaninchen, Katzen und andere Hunde - aber am liebsten seinesgleichen. Durch viele Kontakte mit Menschen und Tieren in der Welpenphase wird er zum idealen Begleithund.
Höchste Lebenserwartung
Entgegen aller Vorurteile ist er nicht empfindlich, wird selten krank und hat von allen Rassehunden die höchste Lebenserwartung (13 bis 18 Jahre). Mit seinem substanzvollen Körperbau soll er als Kleinhund dem Rassestandard gemäß ein Gewicht von 3 kg nicht überschreiten, soll aber andererseits nicht unter 1 kg wiegen. Ideal sind Chihuahuas von 1800 bis 2200 Gramm, sie sind robust, vital und erfreuen sich eines langen und gesunden Hundelebens, vorausgesetzt, sie werden gut aufgezogen und artgerecht gehalten. Für Zuchttiere ist ein Mindestgewicht von 2 kg vorgeschrieben.
Das Haarkleid beim Langhaarchihuahua ist schlicht, nur die Ohren sind mäßig und Rute wie Halskrause länger befranst. Es gibt heute die verschiedensten Farbkombinationen, von semmelblond, braun, weiß bis black and tan - und jeder findet, eventuell mit einer sich lohnenden Wartezeit, den Hund in der gewünschten Farbe. Der Kurzhaarchihuahua hat ein glattes, glänzendes Fell.
Ein ziemlich rundes Köpfchen mit großen, glänzenden Augen und aufrecht stehenden Ohren sind weitere Merkmale des Chihuahuas. Von den extremen „Apfelköpfchen“ mit zu kurzem Fang und der Weiterzüchtung von Hunden, die eine große offene Fontanelle haben, ist man im Sinne des Tierschutzes („Qualzucht“) schon seit mehreren Jahren abgekommen. Ebenso sind Hunde mit Patellaluxation von der Zucht auszuschließen.
Pflege & Haltung
Der Chihuahua ist ein sehr pflegeleichter Hund. Der ganze Aufwand besteht darin, ihn etwa jeden dritten Tag mit einem engmaschigen Kamm zu kämmen und nachzubürsten. Er benötigt kein Trimmen in einer Schuranstalt, denn sein natürliches, schönes Haarkleid ist immer nett anzusehen.
Zur Haltung in kleinen Wohnungen ist er schlichtweg der Idealhund. Genauso ist er auch für kleine Gärten und für ältere Menschen geeignet. Was für jeden Hund gilt, das gilt auch für den Chihuahua: man gibt ihn nicht zu kleinen Kindern, da diesen noch das Verständnis für die richtige Behandlung von Tieren fehlt. Die kleinen Hunde sind aber genausowenig als reine Schoßhündchen geeignet und als ausgesprochenes Sozialwesen sollte man ihn auch nicht den ganzen Tag über allein lassen.
Der Chihuahua liebt Spaziergänge und Ausflüge, vorwiegend bei schönem Wetter. Bei extremem Schlechtwetter bleibt er aber auch gerne einmal daheim und verrichtet sein Geschäftchen auf einer alten Zeitung. Das sollte man schon im Welpenalter trainieren.
Über die Fütterung sprechen Sie mit Ihrem Züchter. Jedenfalls soll der Chihuahua nicht überfüttert werden und muß immer frisches Wasser zur Verfügung haben. Naschereien wie Torten und Schokolade sollen vermieden werden. So schafft man die äußeren Voraussetzungen für ein langes und gesundes Leben des Hundes.
Suchtgefahr
Zum Abschluß noch eine Warnung. Der Chihuahua macht süchtig! Wer einmal bei dieser Rasse gelandet ist, kommt nie wieder von ihr los. Selbst Hundefreunde, die zunächst betonen, nur größere Hunde zu mögen, ändern meist rasch ihre Meinung, sobald sie einmal Gelegenheit haben, einen Chihuahua näher kennenzulernen. Wenn sie dann mal auf einen Chi stoßen, bleibt es fast immer dabei.
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Wie kommt man zu einem Chihuahua
Ein gesunder und dem Rassestandard entsprechender Chihuahuawelpe kann nur bei einem erfahrenen und verantwortungsbewußten Züchter erstanden werden. Eine gute Gelegenheit solche Züchter kennenzulernen ist zum Beispiel der Besuch einer Hundeausstellung. Aber auch Züchteranzeigen in seriösen (!) Medien helfen weiter. Vorsicht hingegen ist bei Kleinanzeigen in Tageszeitungen angebracht! Ganz entscheidend ist der Besuch des Welpeninteressenten beim Züchter, wo er sich immer die Mutterhündin anschauen können muß. Lehnt dies ein Züchter ab, dann fahren Sie erst gar nicht hin! Zumeist sind dies dann aus dubiosen Quellen zugekaufte Hundewelpen.
Längere Sozialisierungsphase
Da bei Zwerghunden die Sozialisierungsphase länger dauert als bei größeren Rassen, sollen Chihuahuawelpen nicht vor der 12. Woche an den neuen Besitzer abgegeben werden. Sie brauchen in dieser Zeit noch sehr intensiv den Kontakt zur Mutterhündin und zu Geschwistern. Außerdem ist in dieser Zeit dann die Vollimpfung abgeschlossen.
Vorsicht Tierhandlung
Einen Hund aus Mitleid oder wegen des billigen Preises in einer Tierhandlung zu kaufen, hat in den seltensten Fällen zu einem befriedigenden Ergebnis geführt. Der augenblickliche finanzielle Gewinn verliert sich zumeist schon in kürzester Zeit durch entsprechende Tierarztausgaben. Außerdem sind derartige Hunde zumeist viel zu früh ihrer Mutterhündin weggenommen worden, was sich auf das Wesen und spätere Verhalten des Hundes sehr negativ auswirkt!
Beste Voraussetzungen direkt beim Züchter
Der positive Eindruck des Umfelds beim Züchter, Echtheit der Abstammungspapiere und das menschenfreundliche Verhalten des Welpen sind unbedingte Voraussetzungen für eine schöne und lange Zeit mit dem vierbeinigen Kameraden.
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Dog-Show vor Talk-Show – oder „Lucy“ vor „Vera“
Dieter Chmelar (Autor, TV-Moderator in „Willkommen Österreich“ und Kolumnist in der Kronenzeitung) über seine Beziehung zu Hunden.
Schon lange vor einer Talk-Show hatte ich meine Dog-Show. Denn vor vier Jahren bekam ich ein Chihuahua-Weibchen zu Weihnachten (nein, es hing nicht am Baum). „Lucy“ war die ideale Vorbereitung auf „Vera“. Ich mußte echte Gefühle zeigen und ich wurde auf Schritt und Tritt angesprochen. Etwa zu gleichen Teilen mit Liebe und Hinwendung wie mit Spott und Hohn.
Der Größenunterschied (Chmelar: 1,95 m; 98 Kilo, Lucy: 35 cm; 2,5 Kilo) verleitet vor allem jene zu Geringschätzung, die selbst an mancherlei Mindermaßen laborieren. Die originelle Frage der meisten kleinwüchsigen Passanten „Is’ des überhaupt a Hund?“ beantworte ich mittlerweile mit „Nein, ein Kampfhamster“, oder mit der Bitte um eine Batterie („Das Tier wird langsam müde“), aber nicht mehr mit der Gegenfrage „Sind Sie überhaupt ein Mensch?“
Denn ich will ja den Respekt vor allen Launen der Schöpfungsgeschichte persönlich vorleben. Ein britischer Psychologe hat erhoben: „Ein Mann, der sich einen kleinen Hund zulegt, ist mit seinem Sex zufrieden. Wer große Hunde besitzt, will körperliche Defizite überdecken …“ Aber ich liebe alle Hunde: Die Hochnäsigen aus der Bell Etage, die sich räuspern, bevor sie bellen, genauso wie die kuriosen Krepierln und die kämpferischen Kinder der Liebe auf offener Straße.
Entgegen unserem Sprachgebrauch gibt es keinen blöden Hund, keinen schiachen Hund und keine hundsgemeinen – jedenfalls nicht unter den Hunden. Hunde sind immer so krank wie ihre Besitzer. Österreich feierte jüngst sein tausendjähriges Bestehen. Das Volk der Hunde aber ist geschätzte 15.000 Jahre alt. Und wir haben von den Älteren auch ein bißchen was gelernt, Herrl und Frau Österreicher erfreuen sich eines dicken Fells, markieren gern ihr Territorium – und sei es nur ein Schrebergarten –, sie geben und nehmen Pfoti – wohl der Vorläufer des Handkusses –, sind oft Wadlbeißer, kläffen und knurren, gelten aber letztlich als treu und anpassungsfähig.
Laut dem viel zu oft nicht zitierten Schriftsteller Ambrose Bierce hat der Hund die Aufgabe, den auf Erden anfallenden Überschuß an Verehrung aufzufangen. Die durchschnittlich 200 gebissenen Briefträger pro Jahr bitte ich um Nachsicht, aber der Hund hat zehntausendmal mehr Geruchszellen als unsereins. Und das ist wohl das Bemerkenswerteste an ihm: Er kann den Menschen trotzdem riechen. Wenn es im Himmel keine Hunde gibt, dann brauchen die da oben mit mir gar nicht zu rechnen.
Dieter Chmelar
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