Deutsche Hunderassen - anders gesehen

Neben dem Deutschen Schäferhund (DSH), der als die klassische deutsche Hunderasse gilt, gibt es deutsche ­Hunderassen, die weniger bekannt sind. Porträts über den DSH gibt es zuhauf (u.a. auch in WUFF 7/2008).
In diesem Artikel sollen weniger bekannte deutsche Hunderassen vorgestellt werden, aus einem etwas anderen Blickwinkel als üblich: Es geht um Altdeutsche Hütehundeschläge, um den Spitz, den Deutschen Jagdterrier und den Rottweiler.

Die Herkunft und Entstehung sowie das ursprüngliche Zucht­ziel, also die Aufgaben, wofür eine Rasse gezüchtet wurde, sind wichtige Faktoren, die bei der Anschaffung einer Hunde­rasse beachtet werden müssen. Die ­meisten unserer heutigen Hunde arbeiten jedoch kaum mehr in ihrem ursprünglichen Aufgabengebiet. Der Hütehund muss auch nicht zwingend hüten, Spitze nicht unbedingt einen Hof bewachen und der Rottweiler arbeitet auch kaum mehr als Metzger­hund. Am häufigsten noch werden Jagdhunderassen in Deutschland in dem Arbeitsgebiet geführt, für das sie einmal vorgesehen waren.

Altdeutsche Hütehundeschläge
Die Hunde, die Rittmeister Max v. ­Stephanitz arbeiten sah und von denen er so fasziniert war, waren Altdeutsche Hütehunde. Und wenn es auch nicht gerne gehört wird, der Deutsche Schäferhund stammt unter anderem von Tiger, ­Gelbbacke, ­Strobel und Stumper – das sind ­Schläge altdeutscher Schäferhunde – ab. Blättert man durch den ersten Band von...

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Autor dieses Artikels:

Liane Rauch

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Die persönliche Meinung: Deutsche Rassen aus der Sicht der Hundetrainerin

Harzer Füchse, Altdeutsche Tiger, Schafpudel und einen Westerwälder konnte ich persönlich in meinen Kursen kennen lernen. Bei diesen „Schlägen“ bin ich genau so gespaltener Ansicht wie bei der Haltung von Border Collies. Es kann gut gehen, mit Betonung auf KANN. Ich möchte hier nur zwei Hunde-Einzelschicksale beschreiben, deren Lebensumstände und Verhalten ungleicher nicht sein könnten.
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Hintergrund

Die Altdeutschen Hütehunde

Die Altdeutschen werden in acht Schläge eingeteilt. Die Gelbbacke, immer schwarz mit gelben Abzeichen im Gesicht, an Pfoten und Brust, ist meist langhaarig. Der Fuchs ­präsentiert sich meist in einem satten Rot-Gold, manchmal mit schwarzer Maske mit Steh- oder Schlappohr in lang- oder rauhaarig. Im meist rötlichen Westerwälder- oder Siegerländerkuhhund finden wir sehr ursprüngliche Schäferhunde. Zitat Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde: „Sie haben einen gesunden Beschützerinstinkt gegenüber Mensch und Tier, der, auf Grund ihrer Selbstständigkeit auch schon einmal ohne Befehl in Er­scheinung treten kann“.
Der Schwarze, wie der Name schon sagt immer schwarz langhaarig, war unter anderen einer der Vorfahren des ungarischen Mudi. Ein Parade­beispiel der alten Vielfalt finden wir im Altdeutschen Tiger. Ihn gibt es in allen möglichen Farb- und Fellkombina­tionen. Schafpudel und Strobel sind die zwei zotthaarigen Varietäten der Altdeutschen Hütehunde.

Quellen

• Standard für Deutsche Schäferhunde, Delegierten Kommission, 1880

• Geschichte und Beschreibung der Rassen des Hundes, Ludwig Beckmann, 1895

• Der Deutsche Schäferhund in Wort und Bild, Max v. Stephanitz, 1932

• Der Deutsche Jagdterrier, Wolfgang Bierwirth, 1986

• Enzyklopädie der Rassehunde, Hans Räber, 1993

• Verwandtschaftsverhältnisse nach Mikrosatelliten-DNS Untersuchungen (H. Parker, E Ostrander, L. Kruglyak, Seattle), 2003

• Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde, Susanne Zander

• Allgemeiner Deutscher Rottweilerclub e.V., Landesgruppe Rheinland