Über Geschmack lässt sich´s trefflich streiten und über Kunst schon gar … Doch bei Jane Carrots Bildern, vor allem wenn es darin um Hunde geht, streitet kaum jemand, der Hunde mag. „Pop art“ heißt die Kunstrichtung, in der Monja Becker unter dem Künstlernamen Jane Carrot malt. Großflächige Bilder mit klarem Ausdruck, die einen erfrischend anlachen, erfreuen das Gemüt des Betrachters.
WUFF zum Sonntagsfrühstück bei Jane Carrot in Siegen, einer kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen an der Autobahn A3, Würzburg-Frankfurt, bekannt für ihre Staus. Den Stau genossen auch wir, als wir nach Wissen unterwegs waren, um das jährliche Seminar der Gesellschaft für Haustierforschung zu besuchen, von dem an anderer Stelle berichtet wird. Und da Siegen praktisch am Weg nach Wissen liegt, schauten wir bei Jane Carrot vorbei.
Designstudium und Walt Disney
Der äußerlich dokumentierte Werdegang der Künstlerin umfasst ein Designstudium in Dortmund, das sie 1997 als Diplomierte Designerin abschloss, danach folgten ein Praktikum bei Walt Disney in Mannheim und eine Anstellung bei einer Werbeagentur in Siegen. Dazwischen immer wieder Ausstellungen in deutschen Städten und auf Fuerteventura. Seit kurzem ist sie freischaffende Künstlerin. Mit allen Risiken, die dieser Beruf mit sich bringt. Aber Sorgen muss man sich wahrscheinlich keine machen um Monja Becker alias Jane Carrot (wobei wir bei diesem Namen bleiben wollen), denn sie versteht es, ihre Qualitäten professionell zu vermarkten. So klar die Linie ihrer Bilder, so klar ihre Pläne für die Zukunft. Aber dazu später mehr. Vorerst nochmals zurück nach Fuerteventura. Von einem dreimonatigen Aufenthalt auf dieser spanischen Insel brachte Jane Carrot im Dezember 2002 ihren Floyd mit. Die dortige Tierhilfe rettete den jetzt eineinhalbjährigen Hund aus einer „Tötungsstation“.
Mit Hund alles anders
Warum gerade dieser Hund?
Jane Carrot: „Beim Besuch des Tierheims in Fuerteventura ist er mich sofort angesprungen, und als ich es wieder verließ, steckte er seine Pfote durchs Gitter und sah mir sehnsüchtig nach …“. Und so kam sie am nächsten Tag zurück und nahm Floyd gleich mit. Und als sie wieder nach Hause flog, war Floyd auch dabei. Der erste Hund? „Eigentlich ja. Wir hatten seit meinem 7. Lebensjahr immer Hunde, meist Irish Setter. Floyd aber ist mein erster eigener Hund“. Ganz unbedarft mit Tieren ist Jane Carrot auch wirklich nicht, ist ihr Vater doch renommierter Tierarzt in Münster. Jedenfalls änderte sich mit Floyd auch das Leben seines Frauchens. „Es ist schon alles anders, wenn man mit einem Hund unterwegs ist, den man immer bei sich hat. Aber er ist in mein Leben voll integriert“, sagt uns Jane Carrot.
Projekt Marilyn Monroe
Auf einem Waldspaziergang, zusammen mit Floyd und WUFF-Redaktionshund Toni, erzählt Jane Carrot von ihren Plänen. Charly Redspot – eine von der Künstlerin entworfene Figur – hat das Zeug zu einem Riesenerfolg, und es soll auch nicht bei Bildern bleiben. Die Figur wird wahrscheinlich bald in großem Rahmen vermarktet werden, auf Stickern, Schultaschen, Stiften, Bechern usw.. Merchandising heißt das neue Zauberwort … Und auch mit einer weiteren brandneuen Information können wir aufwarten: Jane Carrot hat von der Gesellschaft, die die Markenrechte verstorbener US-Filmstars verwaltet, das Recht erworben, exklusive lizensierte Bilder von Marilyn Monroe, James Dean und Audrey Hepburn zu malen. Spannende Bilder warten also auf den Interessierten.
Wieso dieser Künstlername?
Wie kommt Jane Carrot eigentlich zu ihrem Künstlernamen? Wozu überhaupt ein anderer Name, wenn doch schon der richtige Name Monja Becker so locker und rhythmisch von der Zunge geht? Die Künstlerin: „Es war letztlich eine Gemeinschaftsproduktion von Freunden, wobei Carrot für mich immer schon festgestanden hat. Das passt irgendwie zu meinem Malstil“. Und da viel „gestohlen“ wird heutzutage, hat sich Monja Becker ihren Künstlernamen Jane Carrot auch patentrechtlich schützen lassen. Genauso wie den Namen und die Figur von Charly Redspot. Wie gesagt, klare Linien und eine junge Frau, die weiß, was sie kann und was sie will, und die es versteht, sich in der Welt des Marketings zu bewegen.
Für jede Wand und jeden Geldbeutel
Wer also Hunde mag, und wem Hundemalereien in Pop Art – eben „Dog Art“ – gefallen, der findet bei Jane Carrot sicher etwas für seinen Geschmack, seine Wohnzimmerwand und seinen Geldbeutel. Denn eine Jane Carrot kann man sich leisten. Zumindest derzeit noch. Je nach Größe liegt der Preis ihrer Bilder zwischen 100 und 700 Euro (und natürlich auch mehr).
WUFF-Redakteur Gerald Pötz vertraute seinen Toni Jane Carrot an, nebst einigen „Wünschen“, wie er sich seinen Toni auf Leinwand vorstellt. Das Ergebnis sehen Sie auf obigem Bild. Originell auch die Dreiteilung dieses Bildes. Dadurch wirkt auch ein großformatiges Bild in einem kleineren Zimmer verblüffend „leicht“. Jane Carrot bringt Hunde und Farbe auf die (Lein-) Wände und ins Leben. Und ihre Bilder, auch die mit anderen Themen als „Hund“, sind so herzerfrischend und aufmunternd, dass sie durchaus das Zeug haben, medikamentösen Antidepressiva Konkurrenz zu machen …
>>> WUFF - STECKBRIEF
Jane Carrot
Alter: 30 Jahre
Sternzeichen: Steinbock
Lieblingsfarbe: blau
Lieblingsstadt: Berlin, Heidelberg
Lieblingsrasse: Cocker Spaniel
Lieblingskünstler: Salvador Dali
Lieblingsspeise: Nudeln, Salat
Lieblingsbeschäftigung: Malen, mit meinem Hund Floyd spielen und Reitsport
Floyd
Alter: ca. 1,5 Jahre
Lieblingsfreund/in (vierbeinig): Max, ein Münsterländer
Lieblingsspeise: Leberwurstbrot
Lieblingsbeschäftigung: Zanken, Ball spielen
Lieblingsschlafplatz: Auf der Couch
Hobbys: Kauen – auf allem, was so rum liegt
Infos: www.janecarrot.de