Ernährung & Verhalten

Die Fütterung von rohem Fleisch bzw. von viel Eiweiß mache ­manche Hunde aggressiver, hört man oft. Könnte dann im Umkehrschluss eine eiweißreduzierte Nahrung gesteigert aggressives ­Verhalten vermindern? Was ist dran an solchen Diskussionen?
Kann man das Verhalten unserer Hunde durch die Ernährung ­wirklich beeinflussen?

„Wenn wir darüber nachdenken, wie sich ein Hund verhält, sollten wir auch bedenken, was er in seinem Magen hat“. Diesen Satz schrieb schon 1987 der britische Hundeexperte, Fachbuchautor – und nicht zuletzt seinerzeit auch offizieller Berater sowie Autor von WUFF – Dr. Robert Mugford in einem Artikel über den Einfluss der Ernährung auf das Ver­halten von Hunden. Mugford war einer der Ersten, der diesen Zusammenhang in einer Studie untersuchte. Der große Hundefreund und Fachmann konnte erstmals nachweisen, dass eine Reduktion des Eiweißgehaltes der Nahrung auf 15-18% der Gesamt­energie zu einer sofortigen Verminderung von aggressivem Verhalten bei Hunden führt.

Eiweißreduktion
Wie mir Mugford in den 1990er ­Jahren selbst mitteilte, hat er seine Studie deswegen durchgeführt, weil Hundehalter berichteten, dass die ­Fütterung ihres Hundes mit rohem Fleisch (also bei sehr hohem Eiweiß­gehalt der Nahrung) zu einer verstärkten Aggressivität und/oder Aktivität ihres Hundes geführt habe. Mugfords wissenschaftlich dokumentierter Befund korreliert tatsächlich mit diesen Erfahrungen...

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Autor dieses Artikels:

Dr. Hans Mosser

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Hintergrund

Welche Verhaltensweisen, welche Möglichkeiten?
Welche Verhaltensweisen ­können beeinflusst werden?

Abhängig von der Substanz und den von ihr abhängigen Wirkungsmechanismen sind vor allem folgende Verhaltensweisen einer Modifizierung durch gezielte Ernährung zugänglich:
■  Aggression
■  Angstverhalten
■  Gesteigerte Stressreaktionen

Welche Substanzen sind ­wirksam?
Wie anhand der wissenschaft­lichen Datenlage gezeigt werden kann, haben folgende Maßnahmen bzw. Substanzen günstige Wirkungen auf diese Verhaltensstörungen:
■  Eiweißgehalt der Nahrung
■  Tryptophan
■  Alpha-Casozepine
■  Lipide (Verhältnis Omega-6- zu Omega-3-Säuren)