Geschichten über Hund & Katz’

Wenn Minki sich wie Bello fühlt

Mit einem wahren „Katzenreigen“ lebt Duxi, der 4-j. Golden Retriever, ein ausgebildeter Behindertenbegleithund. 8 Katzen, dazu noch Hasen und Meerschweinchen und ein Yorkshire Terrier – alle leben sie in Harmonie, wie Frauchen Monika Gefing aus Wien berichtet. Als Katzenbabys im Haus waren, erkor sich Katzenmutter Aischa den Golden Retriever als Ersatzmutter oder Babysitter, während sie sich vom Mutterstress erholte und schlief (siehe Kasten).
Tanja Hierzer hat eine 8-j. American Staffordshire Terrier-Hündin, Sheila, deren bester Freund der kastrierte Kater (ein Maine-Coonmischling) Zürano ist. Die beiden sind unzertrennlich, und man sieht sie in der Wohnung immer nur gemeinsam, ob beim Schlafen, Fressen oder Spielen. Wenn Tanja einen der beiden beim Namen ruft, kommt der andere gleich mit …

Wenn Hund zu Katzen kommt …
Wie ist eigentlich der Unterschied, wenn ein Hund neu in eine Familie kommt, wo es schon Katzen gibt, und andererseits wenn ein Kätzchen in ein präexistentes Hunderudel integriert werden soll? Schauen wir uns zwei konkrete Beispiele an.
Bei Petra und Thomas Krapitek kam zu einem „eingespielten Rudel“ von 6 Katzen ein neuer Hund ins Haus, der Shar Pei-Welpe Zorro. Frauchen und Herrchen hatten entsprechende Vorbereitungen getroffen, den Rest aber erledigten die Katzen. Bald schon lehrten sie den Hund, wie er sich ihnen gegenüber zu verhalten hätte. Ihre Lehrmethoden waren allerdings nicht zimperlich, bestanden nämlich aus Ohrfeigen und Fauchen. Und wie die Beziehung heute aussieht, sagt uns Petra Krapitek: „Katz’ und Hund respektieren oder ignorieren einander, fressen gemeinsam Leckerlis, und es hat bis dato keinerlei Reibereien gegeben. Wir sind mit unserem Rudel sehr glücklich und würden den Schritt zu ‘Katz und Hund’ auch wieder machen“ (s. Kasten).

Ein Kater als Neuankömmling
Anders wiederum war es bei Sabine Stadlbauer. Dort war der Neuankömmling ein von einem Bauernhof geretteter Kater, Jeronimo, der in einen Haushalt mit drei Hunden kam. Sabine: „Pepper, der 6-jährige Jagdpinscher, war nicht entzückt und beobachtete Jeronimo auf Schritt und Tritt. Die 2-jährige Dalmihündin Zoe hingegen war wild entschlossen, den Spielpartner zu mimen, und Cesar, unser Pflegegalgo, adoptierte den Kater und war ab sofort Papa“. Konkret sah diese Vaterschaft so aus: „Jeronimo wurde den ganzen Tag von dem Galgo geputzt, getragen und schlief immer an seinem Bauch. Die beiden wurden unzertrennlich, und Cesar kommunizierte mit Jeronimo sogar in seiner eigenen Lautsprache“.

Katz’ fühlt sich wie Hund?
Wenn ein Kater intensiv mit drei Hunden zusammen lebt, nimmt er dann nicht einige hundliche Verhaltensweisen an? Sabine Stadlbauer: „Ja, manchmal überkommt uns das Gefühl, dass Jeronimo denkt, er sei selbst ein Hund. Beim täglichen Spaziergang steht er beispielsweise erwartungsvoll im Vorzimmer, beim Fressen wird er mitgefüttert und sitzt meist in der Hundeschüssel, beim Balli-Werfen ist er ebenfalls live dabei!“ Und wie sieht das Verhältnis der drei Hunde zum Kater aus? Sabine: „Die Hunde lieben Jeronimo ebenfalls sehr und suchen ständig seine Nähe“. Also eine ideale Beziehung, wie sie sich jeder Hunde- und Katzenfreund wünschen würde? Sabine: „Besser konnten wir uns die Beziehung zwischen Hund und Katz’ im Traum nicht ausdenken“.

Hund als Katzensitter
Ganz interessante Erfahrungen machte auch Monika Gefing mit ihrem Golden Retrieverrüden Duxi. Wie die Katze Aischa ihren hundlichen Freund dazu veranlasste, Babysitter für ihre Katzenkinder zu werden, ist eine spannende Geschichte. Denn sie zeigt, wie einerseits beide Tiere über ihre Artgrenzen hinweg kommunizieren können (was sie ja auch in Bezug auf den Menschen bestens zu tun in der Lage sind), und andererseits der Hund Aufgaben der Katze ab- und übernimmt (s. Kasten). Monika Gefing: „Die Freundschaft zwischen den Tieren und der Respekt, den sie sich gegenseitig zollen, erscheint einem manchmal geradezu unheimlich“.
Wenn man also die verschiedenen Erfahrungen betrachtet, über die hier berichtet wurde, fällt – bei allen Unterschieden – eines auf: Jeder ist mit der Situation glücklich. Jeder würde sich wieder einen Hund zu seinen Katzen oder eine Katze zu seinen Hunden nehmen. Und was für viele auch eine ganz besondere Erfahrung zu sein scheint, ist das Miterleben, wie gut Hund und Katz’ miteinander umgehen.




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Peter, der rote Kater
von Maria Laher

Der rote Kater Peter wurde im Juli 2002 ausgesetzt. Wir sahen ihn täglich, wenn wir mit unseren Hunden spazieren gingen. Als im August des letzten Jahres das Hochwasser kam, brachte mein Mann den Kater nach Hause. So kam der rote Peter zum 10 Monate alten Sohn Samuel, zu den beiden Schäfern Herold (5 J.) und Ikon (3 J.) und zum 14 Jahre alten Kater Mucki. Es dauert 6 Wochen, bis Peter mit den Hunden aus einer Schüssel fraß. Peter liebt die Hunde, und die Hunde lieben den Kater!



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Katze suchte sich Hund als Babysitter
von Monika Gefing

Zusammen mit meinem Behindertenbegleithund Duxi, einem kastrierten 4-jährigen Golden Retriever-Rüden, leben 8 Katzen, 2 Hasen, 3 Meerschweinchen und ein Yorkshire Terrier in Haus und Garten in perfekter Harmonie.
Vor 2 Jahren hatte ich einen Wurf Norwegischer Waldkatzen (Plätze für die zu erwartenden Babys waren schon vorher begutachtet worden!). Die Geburt fand im Schlafzimmer statt, abgeschottet von allen anderen Tieren. Offensichtlich eine „Auszeit“ verlangend, begehrte die Katzenmutter Aischa am 10. Tag nach der Geburt laut schreiend das Schlafzimmer zu verlassen. Als ich Aischa hinaus ließ, konnte ich meinen Augen kaum trauen: Sie lief mit piepsender Stimme zum Golden Retriever Duxi und drängte ihn förmlich hinauf ins Schlafzimmer. Dort lagen auf einer Decke auf dem Bett die kleinen Katzenbabys, und Aischa animierte den Hund, auf das Bett zu springen. Verwirrt blickte Duxi zu mir, denn das Bett war für ihn tabu. In dieser Situation durfte er aber seine Erziehung vergessen, und ich erlaubte ihm, hinauf zu hüpfen. Dann nahm die Katzenmutter jedes Baby einzeln auf und legte es zur Schnauze des Hundes. Fast pflichteifrig wirkte es, als er daraufhin jedes Baby abschleckte und offensichtlich putzte. Nachdem alle Katzenbabys dran waren und bei Duxi lagen, legte sich die Katzenmutter im Badezimmer auf die kühlen Fliesen und schlief zwei Stunden durch … So ging es danach jeden Tag! Später schleppte Aischa ihre Babys hinaus ins Freie, auch dort durfte Duxi Babysitter spielen, während Aischa Mäuse fing. Erst ab der 8. Woche ließ sie auch andere Tiere zu den Kleinen. Die Freundschaft zwischen den Tieren und der Respekt, den sie sich gegenseitig zollten, erscheint einem manchmal geradezu unheimlich.



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Samtpfötchen und Sabberschnauze
von Petra und Thomas Krapitek

Wir leben zusammen mit 6 Katzen (5 Maine Coons und einer Britin im Alter von 6-9 Jahren) und einem Hund (Zorro, einem Shar Pei, bald 2 Jahre alt). Nachdem der Wunsch meines Mannes nach einem Hund immer lauter geworden war und er charmant alle meine Zweifel aus dem Weg geräumt hatte, holten wir nach reiflicher Überlegung Zorro im Alter von 9 Wochen zu uns. Besorgt über das, was da auf uns zukommen würde, habe ich Zeitschriften und Bücher zum Thema Hund & Katz´ gewälzt. Die Futternäpfe der Katzen wanderten auf die Arbeitsfläche in der Küche, die Katzenklos waren soundso schon hundeschnauzensicher im Abstellkammerl (Tür mit Katzenklappe) platziert, und Rückzugsmöglichkeiten haben die Katzen auch genug (4 Kratzbäume in der Wohnung, einer am Balkon und eine Sisaltonne).
Dann war’s soweit: Zorro kam. Er tapste unsicher in der Wohnung hin und her, bis er Dewshine, unsere schwarze Katze, entdeckte. Zielstrebig rannte er auf sie zu (glaubte wohl, Zoe, sein ebenfalls schwarzes Schwesterchen, entdeckt zu haben) – und kassierte eine kräftige Ohrfeige und ein empörtes Fauchen. Er verstand die Welt nicht mehr, probierte es nochmals, fing sich wieder eine ein, und das war’s dann vorerst. Dewshine empört, Zorro verwundert. Die anderen Katzen waren sicherheitshalber unter dem Bett verschwunden, aber nach einiger Zeit siegte die Neugier über das neueste „Rudelmitglied“.
Zorro hat sehr schnell verstanden, wie er sich zu verhalten hat, damit er nicht wieder zu spüren bekommt, was Katz’ von seiner Sabberschnauze hält. Katz’ und Hund respektieren (oft auch ignorieren) einander, fressen gemeinsam Leckerlis, und es hat bis dato keinerlei Reibereien gegeben. Wir sind mit unserem Rudel sehr glücklich und würden den Schritt zu „Katz und Hund“ wieder machen.



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So wie in dieser und der vorhergehenden Ausgabe recherchieren wir weiterhin Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Zusammenleben von Hunden mit anderen Tieren. Wenn Sie dazu einen Beitrag leisten wollen, schicken Sie bitte einen kurzen Text und mehrere gute Fotos entweder per Post oder E-Mail an
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Aus WUFF-Ausgabe 2003-11