So fuhren wir am 10. März um 10 Uhr in München los und erschienen pünktlich um 13 Uhr 30 mit unseren angeleinten Hunden - aber ohne Maulkorb - am vereinbarten Treffpunkt in Stuttgart, wo schon viele Menschen sowie Hunde aller Rassen standen bzw. noch kamen. Unter anderem waren vertreten: Bullterrier, Pitbull Terrier, Kangal, Bordeaux-Dogge, Irish Wolfhound, Bulldogge, diverse Mischlinge usw ... Vermisst haben wir allerdings Kleinhunde, Schäferhunde und den VDH (Verein für das deutsche Hundewesen).
Von dort marschierten dann alle gemeinsam, von einem großen Polizeiaufgebot begleitet, zum Kundgebungsplatz. Dort wurden verschiedene Reden über Hundesteuer, Hundehass, Beschwerden über die Medienhetze - oft von Beifallsstürmen begleitet - gehalten. Da der Platz leider nicht ganz gefüllt war, machten wir auch einen Rundgang, wobei unsere Hunde zu den verschiedenen Artgenossen Kontakt aufnehmen konnten - für uns gibt es nämlich keine Rasselisten!
Mediale Vorurteile
Eine Reporterin der Stuttgarter Zeitung war so erstaunt, uns mit Chihuahuas auf der Demo zu sehen, dass sie uns gleich zum Thema Hundehass interviewte. Allerdings passte unsere Solidarität wohl nicht in die übliche Medien-Landschaft gegen Hunde und deren Halter, denn in dem Artikel war davon später nichts mehr zu lesen.
Fazit: Wir haben nicht einen einzigen Hund getroffen, auf den das Wort „Kampfhund“ gepasst hätte; alle Hunde haben sich super vertragen.
>>> WUFF - INFORMATION
Deutscher Hundeschutzbund e.V. protestierte in Stuttgart
Aufgeschreckt durch den tragischen Zwischenfall in Hamburg, bei dem im Sommer letzten Jahres ein Kind getötet wurde, hat die Politik völlig übereilte Hundeverordnungen erlassen und massive Steuererhöhungen für die Haltung von einigen Hunderassen beschlossen. Zuvor hat man die betroffenen Hunderassen zu sogenannten Kampfhunden hochstilisiert und völlig überzogen agiert und reagiert.
Von den aus wissenschaftlicher Sicht völlig unbegründeten Pauschalverurteilungen von zwölf ausländischen Hunderassen muß abgerückt werden. Denn hierdurch werden die Halter dieser Hunde völlig unnötig in ihren Grundrechten beschränkt, diskriminiert und geradezu kriminalisiert - nicht zu reden von den Einschränkungen, die die Hunde zu ertragen haben.
Zudem sind die Tierheime bereits völlig überfüllt. Der Staat schiebt seine Verantwortung gnadenlos an diese dem Wohl der Tiere verpflichteten Institutionen ab, ohne sich dementsprechend finanziell zu beteiligen. Die Vermittlungschance der abgegebenen und beschlagnahmten Tiere ist unter solchen restriktiven Bedingungen nahe Null.
Insgesamt gesehen, haben die erlassenen Verordnungen viel Leid und Ansehensverluste für alle Hundehalter gebracht. Die Verordnung hat unser Land in Hundefreunde und Hundefeinde geteilt.
Bei aller Hysterie über den furchtbaren Vorfall in Hamburg, den wir ebenfalls verurteilen, darf doch die Tatsache, dass im letzten Jahr auch 50 Menschen mit Hilfe der Hunde gerettet wurden, nicht vergessen werden. Darüber wird in der Presse leider gar nicht berichtet.
Wir fragen uns aber auch, warum ständig die Hunde für das Fehlverhalten von wenigen verantwortungslosen Haltern aufs Bitterste büßen müssen. Denn die Schuld hat immer das obere Ende der Leine, nicht der Hund. Hier muss der Gesetzgeber auch ansetzen, wenn etwas passiert, nur dann lässt sich der Schutz von Menschen und Tieren vereinbaren.
• Weitere Info über den Deutschen Hundeschutzbund unter der Internetadresse:
www.dhsb.de