Ein sportlicher Miniature Bullterrier.

Bullterrier heute: Dickliche Showhunde?

(zur Kolumne „WUFF Retro“ in WUFF 2/2012, S. 17)

Dass der Bullterrier heute ein „meist etwas untersetzter bis dicklicher Show-Hund von trägem Temperament" sein soll, lässt mich gelinde gesagt wütend werden. Der Verfasser dieses Kommentars darf sich gerne bei mir vom Temperament unserer zwei Miniature Bullterrier überzeugen. Es mag sein, dass einige Züchter es mit der Interpretation des BULL­terriers anders halten und ihre Hunde tatsächlich mehr breit als hoch sind, aber es ist immer noch der Mensch, der aus dem damaligen Bull­terrier den heutigen gemacht hat. Auch ich bin kein Freund des Ausstellungswesens, dort werden leider meist diejenigen Bullterrier prämiert, die „den besten Kopf" haben oder ähnlichen Unsinn und eine „korrekte Schere", die auf allen möglichen und unmöglichen Wegen erreicht wird, doch auf das Wesen wird offensichtlich wenig Wert gelegt. Ich stimme dem Verfasser des Artikels zu, dass ein „Bully von anno dazumal" heute keine Chance mehr im Ausstellungsring hätte, weil der Bullterrier heute offensichtlich einen anderen Rassestandard hat als früher. Der vielleicht ­ironisch oder lustig gemeinte Kommentar stieß bei mir auf wenig Begeisterung, denn als Bullterrier-Liebhaber hat man es ohnehin schon schwer und wird auf der Straße angepöbelt und diskriminiert. Von diesem Artikel abgesehen bin ich ein großer Fan der Zeitschrift WUFF! Herzliche Grüße aus Bayern!

Daniela Dovnik

Richtig ausgeführter Geschirrgriff.

Geschirrgriff: Unterschied zum Leinenruck

(zu „Diskussion – Hundetraining heute“ in WUFF 2/2012, S. 18 ff.)

Leider wurde nicht richtig dargestellt, wie der Geschirrgriff aufgebaut wird, wodurch der Unterschied zu einem Leinenruck nicht klar wurde. Daher dazu folgende Ausführungen: Der Geschirrgriff wird mit einem Signal verknüpft, z.B. erst das Signal „Stopp", dann der Griff ins Geschirr, dann Click, dann Belohnung. Wichtig ist das Ankündigungssignal, denn wenn der Hund das Signal gelernt hat, führt er das Signal aus (Stehenbleiben und/oder Hinsetzen; viele Hunde bieten Sitzen eigenständig an) und dann braucht man ihn nicht mehr festzuhalten. DAS ist das Trainingsziel. Da ich fast alle Signale, die ich aufbaue, über positive Bestärkung aufbaue, sind sie sekundäre Bestärker und daher keineswegs – auch als Abbruchsignal eingesetzt – das Gleiche wie ein Leinenruck! Alle Signale oder Kommandos sind „Abbruchsignale", weil sie nämlich das Verhalten „abbrechen", das der Hund gerade tat, bevor er dann das Signal befolgt. Der Unterschied liegt darin, ob das Signal als sekundärer Bestärker oder als sekundärer Bestrafer aufgebaut ist (war die Konsequenz für das Verhalten für den Hund etwas Wünschenswertes oder eben etwas, was er vermeiden wollte).

Martina Schoppe

Hunde haben heute kaum mehr Freiheit …

Wie viel Freiheit HAT der Hund?

(zu „Wie viel Freiheit braucht der Hund“ in WUFF 12/2011, S. 24 ff.)

Wie viel Freiheit HAT ein Hund heutzutage noch? Also ich würde sagen, nicht sehr viel! Mittlerweile ist es ja auch im ländlichen Raum schon so „verstädtert", dass man seinen Hund ja nur mehr an möglichst kurzer Leine an all den wunderschönen Vorgärten vorbeizerren kann, immer darauf achtend, dass nur ja kein Busch oder keine superkurze Rasenfläche verunziert wird. Also am besten im Ortsgebiet gar nicht mehr Gassi gehen ... Da bleibt einem dann nur mehr übrig, sich ins Auto zu setzen und mitsamt seinen Hunden hinauszufahren, um im Gelände auf Wiesen, Äckern oder im Wald Gassi zu gehen – um dort dann vom Jäger angestänkert zu werden (selbst wenn man seinen Hund ohnehin IMMER an der Leine hat, weil man diese Schießgesellschaft schon fürchtet).

Ich stelle fest, dass unsere Gesellschaft zunehmend hunde- oder generell tierfeindlicher wird. Tiere machen Dreck, Lärm und stören ... Die freilaufende Katze macht vielleicht in Nachbars Garten, reitet jemand auf einem Pferd vorbei, bleibt vielleicht ein Riesenhaufen liegen, die Schweine des benachbarten Bauern stinken ja fürchterlich, oh Gott – der Hahn kräht so viel, und wenn man Hühner herumlaufen lässt, kacken sie auf den Gehsteig ... es ist einfach kein Platz für Tiere, nicht mal mehr im ländlichen Raum – überall stört man irgendeine ­heilige Ordnung, habe ich das Gefühl. Manchmal denke ich mir, ich möchte irgendwo in Kanada leben, in unendlichen Weiten – wo endlich mal Platz ist für mich und meine Tiere und sich nicht ständig irgendwer beschwert.

Ich sehe ja ein, dass man die Exkremente seiner Hunde wegräumt - aber den Urin kann ich leider nicht aufsaugen. Jeder schaut schon schief, wenn man mit seinem Hund an der Leine vorbeigeht – „mach ja nirgends hin auf meinen 50 Metern vom Straßenrand, du Köter". Traurigerweise komme ich zum Schluss, dass man hier in unserer zwar ländlichen, aber überzivilisierten Welt maximal noch Wohnungskatzen oder Wellensittiche im Käfig halten kann, ohne anzuecken. Oder ­Goldfische im Ziergartenteich. Hauptsache jedenfalls der Garten ist gepflegt und das Gras ist schön gemäht, und wir gewinnen jährlich den Blumen­schmuckbewerb – für einige bedeutet das wahrscheinlich Lebensqualität, ich kann es nicht nachfühlen. Womit ich wieder zum Thema zurückkomme – für mich hat immer Freiheit Lebensqualität bedeutet ...

Johanna Hodosi-Putz

Zu seinem Hund halten

(zu „Wenn Menschen zu ihren Hunden halten“ von Brigitte Painz in WUFF 12/2011, S. 51 ff.)

In vielen Sätzen dieses Artikels habe ich uns/mich wiedergefunden. Auch unsere Rottweilerhündin Ronja mutierte dank Medien und Politikern im Jahr 2000 zur „Bestie". Mein Beitrag gegen diesen Wahnsinn war das Schreiben von unzähligen Artikeln und Briefen; wie man weiß – umsonst. Ronja ist mittlerweile an einer Autoimmunerkrankung gestorben. Nun haben wir wieder eine Fellnase, allerdings keinen „Kampfi", das hätten meine Nerven nicht mehr ertragen. Hut ab, Frau Painz! Lieben Gruß aus ­Bayern!

Tatjana Boleslawski

Hunde brauchen Grenzen – und ­Geborgenheit.

Grenzen & Geborgenheit

(zu „Diskussion – Hundetraining heute“ in WUFF 2/2012, S. 18 ff.)

Hundeerziehung sollte sich nicht über ständiges Gängeln des Vierbeiners definieren; es gibt jedoch auch Momente, wo man seine rosarote Brille absetzen muss bzw. sich überlegen sollte, ob gerade die Freiheit des eigenen Hundes nicht die Freiheit anderer massiv einschränkt. Wichtig ist es für den Hund, nicht unberechenbar und launisch zu agieren, Grenzen Grenzen sein zu lassen, und ihn natürlich im Alltag immer wieder Geborgenheit ­spüren zu lassen. Fazit: Hunde brauchen weder Stromhalsbänder noch Wattebäusche – ­sondern ein gesundes ­Mittelmaß.

Helma Sieber

 

Ihr Leserbrief an WUFF

Ihre Meinung in WUFF per Post oder E-Mail unter An­gabe eines Kennwortes („Gib Laut“, „WUFF-Schnappschuss“ etc.) und mit Namen und Postanschrift. Bitte haben Sie Verständnis, wenn Ihr Text gekürzt werden muss. Falls Sie ein Foto per E-Mail schicken, bitte als JPG in ausreichend hoher Auflösung (300 dpi bei mind. 12–15 cm Breite).
Achtung wichtig:
Falls sich Ihre Adresse ­geändert hat (z. B. Abo), teilen Sie uns dies bitte mit.

Hundemagazin WUFF
Großrassberg 11
3034 Maria Anzbach
redaktion@wuff.at