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Hundebeißvorfälle und ihre Ursachen
Wesentliche Ursachen und Zusammenhänge von Hundebeißunfällen.
1. Beißen aufgrund normalen physiologischen Verhaltens, z.B. maternale Verteidigungsaggression der eigenen Welpen.
2. Pathologische Zusammenhänge, wie z.B. hormonelle Dysfunktion, Schmerzen oder auch erworbene Angst- oder Verhaltensstörungen.
3. Qual-Zuchtselektionen: z. B. Fellfarben können auch Einfluss auf Verhalten bzw. Verhaltensstörungen haben; ebenso Zuchtselektionen zur Neotenie (Kindchen-Schema nach Konrad Lorenz), d. h. extrem flachgezüchtete Nase, große flachliegende Augen, wie z. B. bei Möpsen, mit der Folge von Kommunikationsmissverständnissen mit anderen Hunden durch ein eingeschränktes Kommunikationsrepertoire. Dies gilt auch bei kupierten Ruten.
4. Zu früher Verkauf von Welpen und damit entzogene Möglichkeit, das Kommunikationsrepertoire / Ausdrucksverhalten in der Hundefamilie differenziert zu erlernen. Damit beraubt man Junghunde ihrer notwendigen Lebensschule!
5. Isolationshaltung und/oder Deprivation (Reizentzug); gestörte Junghundeentwicklung (Hunde isoliert im Heizungskeller halten! Dies ist hochgradig tierschutzrelevant!)
6. Angststörungen, Neurosen; erlebtes Trauma eines Hundes (anschließend Konfrontation mit vergleichbarer Situation)
7. Gewalttätige Haltungs- und Ausbildungsmethoden, wie z. B. über „Teletakt“, „Spray-Kommander“ (alles strafrechtlich relevant!), Kommunikationsfehler, wie z.B. körperliche Disziplinierung, Anstarren, Anschreien.
8. In Konfliktsituationen mit anderen Hunden hilflos herumstehen, zu spät oder in ungeeigneter Form einschreiten; den fremden Hund oder dessen Halter (mit offensiver Körpersprache) anschreien.
9. Stress-Symptome des Hundes ignorieren, „Nicht-Kennen“ bzw. „Nicht-Beachten“ der individuellen Stresstoleranz eines Tieres; dem Hund (für ihn nicht tolerierbare) Distanzunterschreitungen zumuten.
10. Unbeaufsichtigt Kinder mit Hunden allein lassen; fahrlässig zusehen, wie Kinder im Gesicht des Hundes „herumfuhrwerken“, ihn am Schwanz ziehen oder den Hund „mit einem Spielzeug verwechseln“ und alles „ganz normal finden“.
Im Artikel zitierte Quellen: