Wie Hunde Probleme lösen

Die meisten Entscheidungen, die für das Leben unserer Hunde wichtig sind, nehmen wir ihnen ab. Wir bestimmen (meist) wann was wo und wie geschehen soll. Darüber ­vergessen wir aber oft, dass Hunde  in der Lage sind, auch selbst gewisse Probleme zu lösen.
Wenn diese Fähigkeit nicht gefördert wird, verkümmert sie. Dabei jedoch profitiert die Mensch-Hund-Beziehung durch das Ernst­nehmen der kognitiven Fähigkeiten der Hunde durch ihre Besitzer ganz entscheidend.

Unseren Hunden nehmen wir regelmäßig die meisten Entscheidungen ab. Ob es um den Zeitpunkt des Fressens oder Spazierengehens geht oder darum, mit welchen Hunden unsere Hunde spielen und allgemein Sozialkontakte aufnehmen dürfen: alles regeln wir. Und das ist prinzipiell auch gut so, strukturieren wir doch so ihr Lebensumfeld und helfen ihnen damit, in unserer vielfältigen, teilweise auch unnatürlichen und gefährlichen Welt zurechtzukommen. Allerdings gerät dabei völlig außer Acht, dass unsere Hunde eigenständige Lebewesen sind, die durchaus in der Lage sind, zu planen und zu entscheiden, und ganz besondere kognitive Fähigkeiten in die Mensch-Hund-Beziehung mitbringen.

Kognitive Fähigkeiten werden erforscht
Wenn wir unsere Hunde tagein tagaus mit Befehlen überschütten und ihr Handeln nur noch mit Verboten und Geboten lenken, so werden wir ihren kognitiven Fähigkeiten nicht im Geringsten gerecht. Erst seit ­einigen Jahren widmen...

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Autor dieses Artikels:

Karin Joachim, MA

Karin Joachim studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Bonn und leitete lange Jahre ein archäologisches Museum in Rheinland-Pfalz. Heute veranstaltet sie Kultur- und Naturführungen, Familienwanderungen und thematische Stadtbesichtigungen für Mensch und Hund in und um Bad Neuenahr-Ahrweiler unweit von Bonn. Zur Zeit begleitet sie Airedale Terrier Hündin Lina.

www.forum-mensch-hund.de 

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Literatur

  • Bräuer, J. et al, Visual perspective taking in dogs (Canis familiaris) in the presence of barriers. Applied Animal Behaviour Science 88 (2004), S. 299-317.
  • Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen, Ausdrucksverhalten beim Hund. Franck-Kosmos Verlag, Stuttgart, 2008.
  • Gácsi, M. et al., Explaining Dog Wolf Differences in Utilizing Human Pointing Gestures: Selection for Synergistic Shifts in the Development of Some Social Skills, (2009) PLos ONE 4 (8), e6584. doi:10.1371/journal.pone.0006584
  • Dr. Udo Gansloßer, Verhaltensbiologie für Hundehalter. Verhaltensweisen aus dem Tierreich verstehen und auf den Hund beziehen. Stuttgart, Franck-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, 2007.
  • Brian Hare and Michael Tomasello, Human-like social skills in dogs?, Trends in Cognitive Sciences, 2005, Vol. 9 (9), S. 439-444.
  • Kaminski, J. et al., Domestic dogs comprehend communication with iconic signs, Developmental Science 12, 6 (2009), S. 831-837
  • Kaminski, J. et al., Domestic Dogs are sensitive to a human’s perspective. Behaviour 146, 2009, S. 979-998.
  • Miklósi, Á. et al., A simple reason for a big difference: wolves do not look back at humans, dogs do. Current Biology 13 (2003),763-766.
  • Friederike Range, Ludwig Huber, Zsófia Viranyi, Selective I­mitation in Domestic Dogs, Current ­Biology 17, 2007, S. 868-872.
  • Friederike Range, Wie denken Tiere? Faszinierende Beispiele aus dem Tierreich, Wien, Verlag Carl Ueberreuter, 2009.
  • Susanne Schultz, Robin Dunbar, Encephalization is not a universal macroevolutionary phenomenon in mammals but is associated with society, Proceedings of the National Academy of Science, 2010.
  • Tennie, C. et al., Dogs, Canis familiaris, fail to copy intransitive actions in third-party contextual imitation tasks, Animal Behaviour, 77 (2009), S. 1491-1499.