Wird´s Dackel oder Mops?

Moxi ist neun Wochen

Also, fast wäre Moxi, wie Appolonius Modaxl nun zunehmend genannt wird, ab dieser WUFF-Ausgabe schon auf einen sehr guten Platz vergeben worden. Die Geschichte war so: Als in der Septemberausgabe erstmals von Moxi berichtet wurde, fragte uns eine Leserin nach Dackel Amigo, Sie erinnern sich, der frühreife Vaterrüde von Moxi. Ich wunderte mich ein bisschen, warum sich die Dame nicht für Moxi, der ja eigentlich der Jung-Star dieser Serie ist, interessierte. Die Dame wollte doch wohl nicht etwa einen ähnlichen Wurf mit Amigo wiederholen? Obwohl die Aussicht, der Mopsrasse eine etwas längere Schnauze zu „verpassen“, ja keine schlechte wäre. Um es kurz zu machen, die Dame interessierte sich dann schließlich doch für Moxi, und die Übergabe war bereits geplant. Frauchen Dr. Pridun-Auinger verfasste einen Übergabevertrag, damit auch für die nahe Zukunft gesichert ist, dass WUFF-Leser weiter das Leben dieses liebenswerten Vierbeiners verfolgen können, und packte viele Taschentücher für die Abschiedstränen ein. Am 15. September hätte es soweit sein sollen, doch die Tränen wurden nicht geweint …
Dr. Pridun-Auinger berichtet: „Die Familie, in die Moxi hätte kommen sollen, besaß eine 7-jährige kastrierte Dackeldame. Aber das Herrchen, das seine Dackeline abgöttisch liebt, befürchtete plötzlich, dass sie unter dem stürmischen Ankömmling leiden könnte. Ich habe mir wirklich viel Zeit für diese Familie genommen, habe Moxi mit der Dackeldame bekanntgemacht, habe dann auch noch Amigo dazugenommen, damit er mit seinem Charme die Dinge regelt … Ja, und so konnte ich die Taschentücher wieder wegräumen, und unser Moxi freut sich schon auf die nächsten Ausflüge zu den Welpenspielstunden!“
Ach ja, Moxi geht nämlich zu Welpenspielstunden. Über deren große Bedeutung und vor allem fachmännische Betreuung schrieb ja kürzlich Clarissa von Reinhardt („Welpenspielgruppe: Wie erkennt man eine gute?“, in WUFF 10/2003). Und so eine gute gibt es im burgenländischen Mönchsmeierhof nahe Oberwart mit den tollen Trainerinnen Elke und Sabine.

Mutiger Hundeexperte wagt Prognose
Der Wiener Hundefachmann und Buchautor Dr. Hellmuth Wachtel, der sich in besonderem Maße mit Genetik und Hundezucht befasst, war mutig genug, eine Prognose über Aussehen und Wesen des kleinen Moxi abzugeben, die er bereits nach dem Erscheinen des ersten Artikels abgegeben hatte (siehe Kasten). Nun, wie sieht es mittlerweile aus? Mutig ist das ja allemal, sich da schriftlich so festzulegen. Hat der Experte nun neben Mut und Humor auch Recht? Dr. Pridun-Auinger: „Ja, er hat Recht! Die F1 Generation hat ja die Merkmale beider Eltern! Erst in weiterer Verpaarung würden sich die Merkmale wieder aufspalten. Und das ist nicht wirklich meine Absicht, wenn ich auch manchmal die Möglichkeiten mental durchspiele …“. Die erfahrene und engagierte Züchterin von Dackeln und Mopshunden geht nun im Einzelnen auf Wachtels Einschätzung ein, soweit sich Moxi heute mit seinen 9 Wochen präsentiert:
Beinlänge: Ganz exakt vorhergesagt: In der Mitte zwischen Vater und Mutter, Tendenz eher zum Dackel.
Ohren: Gehen eher in die Dackellänge. In einem Richterbericht würde stehen: Behang etwas offen getragen.
Rute: Posthornrute ist ganz exakt.
Augen: Korrekt vorhergesagt: Augengröße nach dem Vater, nicht ganz mandelförmig, aber keinesfalls hervortretend, im Richterbericht bei den Dackeln: Etwas offenes Auge.
Bart: Richtig: Kein Bart.
Fang: Der Fang ändert sich immer mehr in Richtung Dackel, durch einen ausgeprägten Stopp wird der Fang allerdings nicht so lang wirken. „Mittellang“ ist also korrekt.
Maske: Die schwarze Maske der Mutter war anfangs sehr ausgeprägt, verbleicht aber immer mehr.
Zeichnung: Der Aalstrich hat sich tatsächlich in einen Sattel verwandelt, was mich aber nicht wundert, denn auch die Möpse haben immer mehr einen, wenn auch schwach angedeuteten Sattel statt eines Aalstrichs.
Haarkleid: Er hat kurzes Haar, das Deckhaar ist nicht länger, aber vielleicht etwas kräftiger (rauer) als das Mopshaar mit sehr viel Unterwolle.
Wesen & Temperament: Ein hübscher Hund und höchst vital, das unterstreiche ich allemal! Im Charakter wachsam, muss ich bejahen, denn das sind wohl beide, die Möpse wie die Dackel! Ob mit Jagdtrieb, werden wir noch herausfinden: Er setzt die Nase ein und folgt den Spuren seines Vaters, soweit ist das zu bejahen! Eigensinnig: Eine Eigenschaft, die mir gut gefällt, ist sie doch eine Herausforderung für den Rudelführer! Dackel- und Mopsgewohnte wird das nur erfreuen!“

Wenn Frauchen ins Philosophieren kommt …
Wie bekannt, ist Moxi ja ein – liebenswerter – „Betriebsunfall“, und Frauchen Dr. Pridun-Auinger dachte auch nie, aus ihm eine eigene Rasse zu züchten. Dennoch scheut sie sich nicht, ein bisschen weiter zu denken und zu philosophieren: „Vielleicht könnte man ihn ja mit einer Mopshündin verpaaren und aus dieser Paarung das oder die Mopsähnlichsten mit Nase wieder in die Mopszucht einbringen? Das ist aber auch nur eine Utopie und nicht wirklich ein Plan“. Wie denken WUFF-Leser darüber? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.
Ob nun Moxi eher Dackel ist oder eher Mops, ist nun noch immer nicht eindeutig. Generell fällt Frauchen Dr. Pridun-Auinger auf: „Dackelleute finden Moxi mopsähnlich, und Mopsleute finden ihn dackelähnlich!“ Und für Frauchen genauso wie für WUFF ist er ganz einfach der Moxi: Selbstbewusst, ein eigenes kleines Persönchen. Mehr darüber und wie sich der kleine Moxi in der Welpenschule benimmt, im nächsten WUFF.



>>> WUFF - HINTERGRUND


So passierte es …

Es dürfte der 12. Mai 2003 – Muttertag – gewesen sein, als Amigo, ein frühreifer Dackelrüde, diesen Festtag gemeinsam mit Mopshündin Ivoire wohl allzu ernst nahm. Oder der Dackel war der Meinung, der Mops-Rasse durch Einkreuzung von Dackelblut etwas Gutes zu tun. Die Mopsschnauze könnte ja wirklich etwas länger sein … Wie auch immer, am 11. Juli 2003 kam – für Frauchen Dr. Heidi Pridun-Auinger völlig unerwartet – das Ergebnis dieses Liebestages über Rassegrenzen hinweg zur Welt:



Die Möpsin warf einen einzelnen Rüden. Frauchen, eine erfahrene und engagierte
Züchterin von Dackeln und Mopshunden, akzeptierte diese Überlistung der Natur und tat etwas, was in Züchterkreisen vielleicht nicht so wirklich üblich ist: Sie stand dazu und anerkannte das Lebensrecht dieses gesunden, 250 Gramm schweren Welpen, dem sie den Namen Appolonius Modaxl gab.

Seit dieser Erstvorstellung von Appolonius Modaxl in WUFF 9/2003 sind 2 Monate vergangen. Appolonius wird nun von seiner Umgebung zunehmend liebevoll Moxi genannt. in WUFF verfolgen Sie jeden


Monat aktuell die Entwicklung dieses charmanten Vierbeiners.











>>> WUFF REAKTIONEN AUF MOXI


So wird Appolonius Modaxl werden …

Vom bekannten Kynologen und Buchautor Dr. Hellmuth Wachtel erhielten wir zu Moxi folgende Einschätzung.
„Zur Entwicklung von Appolonius möchte ich riskieren, eine Vorhersage auf der Basis mir bekannter, anderer Kreuzungen zu wagen, auf die Gefahr hin, mich da tödlich zu blamieren:
Appolonius wird in der Beinlänge etwa in der Mitte zwischen Vater und Mutter stehen. Die Ohren entsprechend der Mutter, vielleicht etwas länger. Posthornrute. Augengröße nach dem Vater. Kein oder sehr geringer Bart, besonders, da der Bart des Vaters ohnehin nicht zu stark dimensioniert ist! Auch der Fang mittellang, was ihm vor Allem im Sommer eine bessere Lebensqualität als der Mutter verschaffen wird. Von der Mutter hat er eine allerdings schwächer ausgeprägte Maske, die bleibt ihm. Aalstrich hat er keinen, sondern einen Sattel, der kommt vom Vater, wenn auch in etwas anderer Ausprägung. Kurzhaarig, doch länger als bei der Mutter. Wird etwas größer als Vater und Mutter geraten. Höchst vital und ein hübscher Hund. Im Charakter wachsam, mit Jagdtrieb und eigensinnig.
Der Dackel hat bis auf die kurzen Beine und die langen Behänge weniger Extremmerkmale als der Mops, daher wird er sich stärker durchsetzen, da dies mehrheitlich durch dominante Gene bedingt ist. Daraus eine neue, dem Urmops entsprechende Rasse zu züchten, halte ich absolut nicht für sinnvoll, besser ist es, wie man derzeit in Deutschland versucht, in Osteuropa noch Exemplare von Möpsen des früheren Erscheinungsbildes mit etwas längerem Fang zu finden und so wieder einen Mops zu erhalten, der so hübsch und vital aussieht, wie man ihn in alten Ausgaben von Brehms Tierleben sehen kann. Unser Klimawandel macht ja das Leben extrem kurzköpfiger Rassen ohnehin immer unerträglicher.“
DI Dr. Hellmuth Wachtel



>>> WUFF STELLT VOR


Modaxls Halbgeschwister

Drei Dackelwelpen stammen aus einem Wurf vom 31. Juli 2003. Sie haben – so wie Appolonius Modaxl – den Dackelrüden Amigo (von der Mariengasse) zum Vater und sind daher Halbgeschwister von Modaxl. Die Mutter der drei Welpen ist die Dackelhündin Sophie (von der Haslacher Au). Im Gegensatz zu Moxi handelte es sich hier also um eine „geplante“ Beziehung aus der Zucht „von der Haslacher Au“ von Dr. Heidi Pridun-Auinger.

Info: Dr. Heidi Pridun-Auinger, Hochstraß, Hauptstraße 19,
A-7442 Lockenhaus, Tel + Fax +43 (0)2616/3185,
Mobil +43(0)664/3070745, e-Mail haslacher-au@aon.at
www.haslacher-au.com

Aus WUFF-Ausgabe 2003-11