Es sind 6 Jahre her, als ich Dr. Fleig und seine Frau Helga 1995 persönlich kennengelernt habe. 1995 war das Jahr der Planung und Vorbereitung des Hundemagazins WUFF. An diese Aufgabe, in Österreich ein seriöses und unabhängiges Hundemagazin herauszubringen, hatte sich ein kleines engagiertes Team um Gerald Pötz und mich gewagt. Im Rahmen unserer Planungen für WUFF schrieben wir auch einen Brief an Dr. Dieter Fleig mit der Bitte um seine Ansicht über unsere Pläne und seine Einschätzung.
Erste Begegnung
So trafen wir uns im Herbst 1995 in Wissen im Siegerland, anlässlich der traditionellen „Wissener Hundetage“, und erhielten gute und sehr freundschaftliche Ratschläge des erfahrenen und erfolgreichen Verlegers. Anderthalb Jahre später - es begann gerade die erste Welle der “Kampfhundehysterie” - war es Fleigs Idee, dass WUFF doch ein seriöses Hundesymposium veranstalten solle, auf welchem bekannte Hundeleute und Wissenschafter die Mär vom bösen „Kampfhund“ aufklären könnten. Und so veranstalteten wir im Juni 1997 das „WUFF Kampfhundesymposium“ in Ebenau bei Salzburg, auf dem vor knapp 300 Menschen aus Österreich und Deutschland (mit 70 Hunden!) potente Redner aus Kynologie, Recht und Tiermedizin sprachen. Die prominentesten hießen Dr. Dieter Fleig und Dr. Roger Mugford.
Auf diesem Symposium entstand auch ein Foto, das für Dr. Fleig eines der schönsten der letzten Jahre war: Zusammen mit WUFF-Redaktionshund Toni. Es drückt die Liebe aus, die Dr. Fleig zu Hunden hatte - und umgekehrt, die Hunde liebten ihn.
Kämpfer für die Hunde
Berufenere als ich werden Dr. Fleigs große Verdienste würdigen. Diese Notizen hier sind persönliche Erinnerungen, die Ihnen den Menschen Dr. Fleig etwas näher bringen sollen. Ein Mensch, der sicherlich kein bequemer war, aber der hinter dem stand, was er sagte und vertrat. Und der die Sache der Hunde über alles stellte. Und das war auch der Punkt, wo sich seine und unsere Interessen trafen. Und es war auch der Grund, warum er mir einmal sagte, er hielte WUFF für das wichtigste Hundemagazin im deutschsprachigen Raum. Die Unabhängigkeit von Hundevereinen und Verbänden empfahl er uns stets hochzuhalten und zu verteidigen. Gerne erinnere ich mich an unsere gemeinsamen Kämpfe etwa gegen das Kupieren von Ohren und Ruten, oder gegen die Auswüchse der Rassehundezucht. Über diese Themen hat er immer wieder in WUFF publiziert. Sein letzter Artikel bei uns war in der April-Ausgabe dieses Jahres erschienen und hatte die derzeitige schreckliche Situation für Hunde in Deutschland zum Thema. Dr. Fleig litt an dieser Situation ganz persönlich. Und als Arzt, dem menschliches Leid, Krankheit und Tod nichts Fremdes sind, meine ich, dass diese Belastung auf seinen gesundheitlichen Zustand nicht unbeträchtlichen Einfluss hatte.
Kynos Stiftung - Hunde helfen Menschen
Dr. Fleig war kein Süssholzraspler, er sprach schon mal auch harte Worte, wenn er es für nötig hielt und er war auch kein konfliktscheuer Mensch. Aus diesem Grunde hatte er nicht nur Freunde. Aber selbst diejenigen, welche im Ärger mit ihm lagen, zollen ihm heute Respekt für seine Taten, deren letzte große die Gründung der Kynos Stiftung war (s. WUFF-Bericht in 12/1998). Diese Stiftung kann man durchaus als Krönung seines Lebenswerkes bezeichnen. Zusammen mit seiner Frau Helga Fleig setzte er diese Stiftung, die den Hund als Helfer des Menschen in den Mittelpunkt stellt, ins Leben und förderte sie ideell wie materiell.
Erinnerungen ...
Mit dieser kleinen Auswahl an speziellen Bildern möchten wir Ihnen Dr. Dieter Fleig in Erinnerung rufen und sind davon überzeugt, dass er in dieser Erinnerung bleiben wird.
Unser Mitgefühl gilt vor allem seiner Frau Helga, die als starke Lebensgefährtin mit ihm einen ebenso starken Weg gegangen ist. Dr. Dieter Fleig, auf Wiedersehen in einem anderen Leben ... zusammen mit unseren Hunden!
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